GFX oder X1D in der Seminar-Erprobung

Fasziniert und dankbar waren die Teilnehmer unserer beiden Entscheidungsseminare unter dem Motto: »Fuji GFX oder X1D von Hasselblad?« am 17. und 18. März 2017. Fasziniert von der mit beiden Modellen erzielbaren Bildqualität und dankbar über die Klarheit, mit der jeder nach den Praxiserfahrungen seine Kaufabsichten überprüfen konnte.

Aufmacher Kopie

Günter Zimmermann fotografierte Model Sissi mit der GFX und dem 120mm F/4.0 R LM OIS WR Macro

Schnell waren an beiden Tagen die insgesamt 13 Teilnehmer auf den Punkt gekommen: Die X1D von Hasselblad ist eine äußerst attraktive Kamera, mit der man aufgrund der eleganten Gehäuseform unauffällig fotografieren kann, während das Pendant aus dem Hause Fuji den klassischen Eindruck einer professionellen Kamera auch in der Gehäuseform deutlich macht.

Beeindruckend fanden die Teilnehmer die erzielbare Bildqualität beider Modelle. FineArt-Drucke im Format A3+ auf Barytpapier boten dazu die ideale Beurteilungsgrundlage. Modell Sissi wurde unter Dauerlicht von Dedo Weigert im Treppenhaus des Pixelparadies fotografiert oder mit Blitzen aus dem Profot B1 in Szene gesetzt oder bei heraufziehendem Unwetter auf der Straße vor dem Haus in der Schwabinger Dietlindenstraße mit X1D und GFX im Licht einer Ledzilla von Dedo Weigert inszeniert.

Aus den Aussagen der Teilnehmer zu den beiden Kameras lassen sich folgende Stärken und Schwachen herausfiltern:

• Betriebsbereitschaft und Energiemanagement

Die X1D benötigt deutlich länger als andere Kameras, bis sie betriebsbereit ist. Zudem wird die Kamera beim Fotografieren noch immer warm, was besonders bei hohen Temperaturen sich ungünstig auf die Bildqualität auswirken könnte. Wärme verursacht bekanntlich Rauschen auf dem Sensor. Die GFX ist weitaus schneller schussbereit, intensive Erwärmung ist bei der GFX nicht feststellbar.

• Sucherbild: Minus für X1D

Der elektronische Sucher der GFX ist weitaus besser als jener der Hasselblad. Das lässt sich auch in Zahlen fassen. Bei der GFX verfügt der elektronische Sucher über 369.000 Bildpunkte, gerade mal 236.000 sind es bei der Hasselblad, was sich zwangsläufig auf die dem Auge zur Verfügung gestellte Auflösung auswirkt.

• Menueführung und Bedienung:

Sissi_mit_Druck

Das für die X1D entwickelte Touch-Screen-Konzept bietet eine an das Smartphone angelehnte Nutzerführung. Die GFX mit der klassischen Nutzerführung wird allerdings vom Neuling innerhalb von Minuten verstanden. Wer den Umgang mit Kameras gewöhnt ist, findet sich schneller und intuitiver mit der GFX zu recht, zumal beispielsweise bei der Fuji-GFX die Empfindlichkeit über ein gegen verstellen gesichertes Einstellrad analog vorgewählt wird und am Objektiv die Blende mittels Blendenring wie zu analogen Zeiten eingestellt werden kann. Bei der X1D muß man sich leider erst das Bedienkonzept richtig erarbeiten, bevor man alle Einstellungen wirklich schnell vornehmen kann.

• Autofokus und Scharfstellung

Die X1D verfügt über 35 Autofokusfelder doch deren Steuerung ist augenblicklich alles andere als praxisgerecht. Aktiv ist grundsätzlich das zentrale Fokus-Feld. Wählt man jedoch eines der 34 anderen Felder aus, was durchaus akzeptabel schnell über den Touchscreen machbar ist und belichtet eine Aufnahme, dann  stellt sich nach der Aufnahme die Situation wieder wie ursprünglich dar und das Fokusfeld in der Bildmitte ist erneut aktiv und der Anwender muss dieses erneut am gewünschten Ort platzieren. Dazu gab es enttäuschende Kommentare von den Teilnehmern. „So wie sich für mich das darstellt, braucht Hasselblad noch mindestens ein Jahr, bis alle Anfangsschwächen per Firmware-Update behoben sind. Eigentlich hatte ich mich bereits im Vorfeld für die X1D entschieden. Aber unter diesen Umständen muß ich die Situation neu bewerten“ konstatierte Seminar-Teilnehmerin Catherine Avak. Bei der GFX lässt sich das Fokusfeld erstens in der Größe verändern, zweitens mittel intuitiv zu bedienendem Joy-Stick schnell dort hin bugsieren wo man es benötigt und drittens lassen sich Meßfelder zu Gruppen anordnen. Hier liegt die GFX eindeutig vorne.

Bildqualität: Kleiner Vorteil für X1D

Deutlich wurde, dass die Hasselblad eine kühlere Farbwiedergabe als die GFX von Fuji hat. In der Bildqualität sind beide Kameras wirklich hervorragend. Möglicherweise ist die Qualität, die Hasselblad mittels Phocus aus der X1D holt, sogar noch etwas besser als die der GFX. Beide Kameras überzeugen durch einen Belichtungsumfang von etwa 14 Stufen. Dies konnte auch durch die Drucke, die FineArtPrinter-Chefredakteur Hermann Will während des Seminar produzierte, deutlich gemacht werden. In Vergleichsaufnahmen mit Kameras mit kleineren Sensoren (APS-C und MFT) in der Praxis wurde die herausragende Qualität der 50-Megapixel-Kameras zusätzlich deutlich.

Weitere Teilnehmer-Stimmen

Willy Generotzky: „Ich habe eine große Affintität zu den Kameras von Hasselblad und sehe auch, dass die X1D reizvoll ist, aber zunächst ist es erforderlich, dass die Schwachstellen beseitigt werden und das wird möglicherweise noch dauern“ Heiner Lambrecht und Ralf Droste zeigten sich von den Möglichkeiten der GFX extrem begeistert. Lambrecht: „Das 120er Makro mit integriertem Stabilisator an der GFX ermöglichte mir Bilder mit 1/40 Sekunde aus der Hand – bei perfekter und punktgenauer Schärfe. Ich hätte nie geglaubt, dass Mittelformat mir derartige Möglichkeiten eröffnet.“ Günter Zimmermann war ebenfalls von der Mobilität der GFX sowie der Bildqualität angetan. Er lobte die unkomplizierte Handhabung, die Möglichkeiten perfekt aus der Hand zu fotografieren und durch das Bokeh geradezu dreidimensionale Bildwirkung zu erzielen sowie Einsatzbereiche in der Studiofotografie, zumal sich durch Fremdadapter eine Reihe von Objektiven nutzen liessen. Arno Laminger aus Salzburg war ebenfalls von der Bildqualität der GFX fasziniert. Laminger: „Als Fotograf und Biologe begeistert mich neben der Bildqualität auch die Möglichkeit mit dem Flexsucher in Bodennähe arbeiten zu können.“

FineArtPrinter bietet für alle interessierten am Freitag, 14. Juli um 13 Uhr in München ein weiteres Seminar an, bei der auch die GFX wiederum ausprobiert werden kann.

Formatfragen: Was leisten MFT, APS-C, Vollformat
und Mittelformat im direkten Vergleich.

Lernen Sie bei diesem Eintagesseminar die aktuellen Entwicklungen im Kameramarkt kennen und fotografieren Sie mit allen vier Formaten. Dazu stellen wir Ihnen die OM-D E-M1 MKII, die Fuji X2 Pro, die Sony Alpha 99 II mit Bildstabilisator und die Mittelformatkamera Fuji GFX 50 zum Vergleich zur Verfügung.

Nach Kurzvorträgen zur Technik

• Was bringt der Verzicht auf den Spiegel
• Bildstabilisierung, was geht, was nicht
• Sensorgröße zählt doch, besonders beim Bokeh

arbeiten Sie mit den genannten Kameras, laden Ihre Bilder auf die vorhanden Rechner (mit kalibrierten Monitoren) und können anhand von Ausrucken auf Fineart-Medien im Format A3+ sofort die Qualität Ihrer Aufnahmen selbst beurteilen.

Termin: Freitag, 14. Juli 2017 13 bis 19 Uhr im Schwabinger Pixelparadies

In Kooperation mit Axel Hoffmann von Isarfoto Bothe.

Kosten: 190 € inkl MSt, Modelgebühr/ Snacks, Getränke und Prints, Maximale Teilnehmerzahl: 8
Anmeldungen formlos mit Angabe der Rechnungsadresse und des Seminartermins an mail@fineartprinter.de

Shooting_draussen

Model Sissi souverän vor den Kameras, rechts die GFX mit dem 120er bestückt. Der Bildstabilisator ermöglicht Freihand-Aufnahmen bis 1/40 Sekunde

Heiner_Lambrecht_GFX

Bei einsetzendem Regen wurde weiter fotografiert, hier das 120er Macro auf der GFX

Willy_Axel

Willy Generotzky und Axel Hoffmann  im Schwabinger Pixelparadies. Hinten hängen bereits die ersten Prints von SIssi

Ausschnitt X1D_Gnerotzky

Ausschnitt Porträt mit X1D, © Willy Genrotzky, mit Phocus ausgearbeitet und unten das gesamte Bild

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Mittelformat in der Praxis
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