Mittelformat bezahlbar: Fuji GFX ausprobiert

26. Jan. 2017. Mittelformat und aus der Hand fotografieren? Die Spiegellose GFX von Fuji, ab Ende Februar im Handel, macht es möglich. FineArtPrinter-Chefredakteur Hermann Will über seine ersten Erfahrungen mit der erfreulich handlichen Kamera, die komplett mit Objektiv unter 9000 € kosten wird.

Sie wissen wie schwer eine DSLR ist? Dann benötigen Sie für eine Mittelformatkamera kein weiteres Hanteltraining mehr, im Gegenteil. Mit einem Gehäusegewicht von 825 Gramm inklusive Akku ist die neue Fuji GFX etwa 90 Gramm leichter als die  EOS 5DS R von Canon. Im Unterschied zu dieser 50 Megapixel-Vollformatkamera ist die Fuji mit einem 1,6fach größerem Mittelformatsensor ausgestattet, der eine überragende Bildqualität liefert. Während der mehrstündigen Erprobungszeit eines Vorserienmodells im niederländischen Den Haag hatte ich nach wenigen Minuten das Gefühl, schon seit Tagen mit der Kamera gearbeitet zu haben. Die Bedienung ist weitgehend selbsterklärend. Blenden werden am Objektiv mittels Blendenring sauber rastend eingestellt, die Filmempfindlichkeit am großen Eintstellrad auf der Gehäuseoberseite. Analoges Feeling gepaart mit dem Komfort eines innovativen spiegellosen Systems, das ist mein Eindruck von der GFX.

Die allergrößte Überraschung jedoch ist der Kontrast-Autofokus mit insgesamt 117 Punkten, der zackig und in der Praxis sehr zuverlässig arbeitet. Dabei ist es jedoch unverzichtbar, das Fokusfeld mittels intuitiv zu bedienendem Joystick auf der Kamerarückseite dort im Bildausschnitt zu platzieren, wo man die Schärfe auch haben möchte. Nutzer des Fuji_X_Systems kennen dieses Bedienelement. Bei der GFX ist das setzen des Fiokuspunktes noch wichtiger als bei Kameras mit kleinerem Sensor: Wir reden beim Mittelformat bei offener Blende von einem Schärfebereich von nur wenigen Zentimetern. Feinstes Bokeh garantiert, und vor allem volle Schärfe auch bei Offenblende.

Ich habe in Den Haag Aufnahmen geschossen, bei denen das vordere Auge des Modells perfekt fokussiert ist und das hintere schon in sanfter Unschärfe liegt. Beispielsweise mit dem Fujinon GF120mm f 4,0, dessen Naheinstellgrenze bei 45 cm liegt und das mit 980 Gramm gewichtig daher kommt, aber mit beeindruckender Qualität begeistert, auch bei offener Blende. Und hier nochmal zurück zum Autofokus: Dieser ist trotz der beachtlichen Linsenabmessungen so flott, wie man das etwa bei den Spiegelreflexkameras in der Zeit um 2012 gewöhnt war.  Mittelformat ist damit alltagstauglich und letztlich auch bezahlbar geworden, betrachtet man die Preise. 6999 € für das Gehäuse plus weitere 1900 € für ein Objektiv, liegt die gebrauchsfertige Kamera deutlich unter 10.000€.

Bildergebnisse liegen der Redaktion vor, sind aber noch nicht von Fuji autorisiert. Deshalb unsere Bitte: Schauen Sie wieder rein, der Beitrag wird aktualisiert.

PS:  Fuji GFX oder X1D von Hasselblad. Wer sich mit den Gedanken ans Mittelformat beschäftigt, den möchten wir auf unser Entscheidungsfindungs-Seminar aufmerksam machen. Aufgrund der Nachfrage gibt es am 18. März einen weiteren Termin.

Ungeahnte Flexibilität
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