Sehen lernen: Ideal im Schnee

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Auch wenn die Finger oder die Füße kalt werden, zu keiner Zeit kann man besser sein fotografisches Sehen schulen als bei Schnee. Die Reduktion auf wenige Strukturen macht es uns leicht, mit Formkontrasten als bildbestimmende Elemente zu arbeiten. Diese können von der Natur selbst oder vom Menschen geschaffen sein. Im Klartext: Gehen Sie raus, aktivieren Sie Ihre Megapixel und nutzen Sie die verschneite Umgebung um Strukturen zu entdecken und im Foto als aussagekräftige Bildkomposition festzuhalten.

Von Hermann Will, 6. Januar 2017

Im ländlichen Umfeld findet man beim Spaziergang durch die Flur schnell Gräser, Sträucher oder Gebäude, die durch den Schnee besonders deutliche Strukturen aufweisen. Im Städtischen gewinnen häufig auch wenig attraktive Plätze wie Hinterhöfe oder Straßenkreuzungen, je nach Sonnenstand, besondere Lebendigkeit, wenn der Schnee für einen homogenen Eindruck sorgt und nur wenige Strukturen sichtbar werden.

Nehmen Sie Ihre Kamera, möglichst mit einem Standard- oder Telezoom bestückt, und lassen Sie sich draußen von den Entdeckungen treiben. Ich habe mit den nachfolgenden Bilder mich auf ein Dutzend frischer gefällter Bäume konzentriert, das ich auf einer Wiese in Ortsnähe entdeckt habe. Um eine saubere Trennung von Hauptmotiv und Umfeld zu erhalten, wählte ich meist Blende 4,5 oder 5,6. Schnelle Belichtungszeiten und damit Verwacklungsfreiheit erzielte ich durch eine ISO-Einstellung von 400.

Tipp für alle Aufnahmen im Schnee: Programmieren Sie eine Belichtungskorrektur von plus 0,7 oder gar 1,0 Blende ein. Nur so ist gewährleistet, dass der kamerainterne Belichtungsmesser trotz der Reflektion des Schnees halbwegs brauchbare Ergebnisse liefert. Eingestellt ist der Belichtungsmesser im Normalfall auf 18% Grau. Dieser Wert entspricht weitgehend der Dichte unserer Motive im Freien ohne Schnee. Die weißen Flächen gaukeln dem Belichtungsmesser jedoch eine Lichtfülle vor, die tatsächlich nicht vorhanden ist und deshalb sind geschätzte 90% aller Amateuraufnahmen im Schnee unterbelichtet.

Solche Wintermotive sind selbstverständlich eine hervorragende Ausgangsbasis für selbstgedruckte Postkarten oder, wenn man sich wirklich intensiv mit den Dingen vor der Haustür beschäftigt hat, gar für eine eigenes FineArt Album, gedruckt auf samtigen Baumwollepapier.

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Ideale Spielwiese für fotografische Entdeckungen im Schnee: gefällte Bäume

Teleaufnahme, Hintergrund unscharf

 

Aufnahme mit Teleobjektiv

Bei der Aufnahme oben habe ich die Sättigung bewusst reduziert

Strukturen im Schnee
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